SCHULTERINSTABILITÄT

Das Schulterhauptgelenk ist das beweglichste Gelenk in unserem Körper mit einem Bewegungsumfang von fast 360°. Es setzt sich aus Oberarmkopf und der Gelenkpfanne zusammen. Das Schultergelenk wird hauptsächlich durch Weichteile (Labrum, Bänder, Rotatorenmanschette) geführt und stabilisiert, was auf der einen Seite diesen außerordentlichen Bewegungsspielraum ermöglicht, jedoch auf der anderen Seite anfälliger für Instabilität und/oder Luxationen macht. Es ist im Gegensatz zu anderen Gelenken, wie z. B. dem Hüftgelenk, relativ wenig knöchern ‘gesichert’.
Ist eine Luxation oder Subluxation aufgetreten, kann diese häufig von anderen Weichteil- und Knochenstrukturverletzungen begleitet sein. Bänder, Gelenklippe oder Sehnen können betroffen sein und auch Abschürfungen an den Knochenstrukturen, wie z. B. Gelenkpfanne oder Oberarmkopf aufweisen.
Je nach Ausmaß der Begleitverletzungen kann über einen operativen Eingriff nachgedacht werden.

Behandlung

Nach einer nicht-operativen Reposition, bekommt der Patient für 2 Wochen eine Schlinge zur Ruhigstellung und Stabilisierung. In der Nachuntersuchung stellt der Arzt fest, ob weitere Nachbehandlungen notwendig sind.

Wurde nach einer Luxation z. B. ‘nur’ die Gelenklippe beschädigt und keine Knochenstrukturen, können man je nach Ausmaß der Verletzung, rein funktionelle Maßnahmen eingeleitet werden. Bei Weichteilverletzungen muss nicht immer eine OP durchgeführt werden. Hier kommen Physiotherapie, Mobilisation, gelenkstabilisierende Maßnahmen, Muskelkräftigung, u. v. m. zum Einsatz.

Kann die Schulterinstabilität mittels Physiotherapie und Übungen nicht beseitigt werden, dann kann eine OP-Abhilfe verschaffen.

In der Regel gibt es zwei Arten von Operationen die bei einer Instabilität, je nach Ausmaß der Verletzung durchgeführt werden:

• Bankart-OP
• Latarjet-OP

Bei der Bankart-Operation geht es darum die Gelenklippe mithilfe von Ankern und Feder wieder zu fixieren. Dieser Eingriff wird arthroskopisch durchgeführt. Hier wird praktisch nichts an der Gelenkfläche verändert.

Die Latarjet-OP kann dann durchgeführt, wenn die Fixierung Gelenklippe alleine für die Stabilität der Schulter nicht ausreichend ist oder das Ausmaß des Knochenverlustes zu groß ist. Da hier Knochen-strukturen verändert werden müssen, ist der Eingriff auf-wendiger als bei der Bankart-OP, was bedeutet, dass diese Art nicht mittels Arthroskopie durch-geführt werden kann.
Hier wird ein Teil des Rabenschnabelfortsatzes abgetrennt und mithilfe von Schrauben am vorderen Rand der Gelenkpfanne fixiert, um so als Stabilisierung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne zu dienen. Die ‘Gelenkfläche’ wird durch den Anbau des Rabenschnabelfortsatzes vergrößert.

Welches Verfahren eingesetzt wird, ist individuell unterschiedlich. Je nach Aktivität der Person, Knochenverlust, Flexibilität u. a. wird über die Auswahl des Eingriffes entschieden.

Das Wiederauftreten der Erkrankung ist in der Regel bei einer Bankart-OP etwas höher als bei einer Latarjet-OP.

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